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Insulinresistenz verstehen und behandeln

Hand mit Messgerät Insulinresistenz.

Insulinresistenz: Eine stille Gefahr

Aber was genau bedeutet Insulinresistenz, und warum sollte sie uns alle interessieren? Ziel ist es, ein besseres Verständnis für diese gesundheitliche Herausforderung zu schaffen und praktische Tipps zur Vorbeugung und Bewältigung zu geben. Ganz gleich, ob Sie selbst betroffen sind oder einfach nur Ihr Wissen erweitern möchten.

Ist die Insulinresistenz wieder umkehrbar? Was ist machbar?

Es ist ein Zustand, bei dem die Körperzellen weniger auf Insulin reagieren, ein Hormon, das von der Bauchspeicheldrüse produziert wird und zur Regulierung des Blutzuckerspiegels beiträgt. Dies kann wiederum zu einem höheren Blutzuckerspiegel führen und mit der Zeit zu Diabetes Typ 2 werden.

Was versteht man unter Insulinresistenz?

Die Hauptaufgabe von Insulin besteht darin, die Zellen bei der Aufnahme von Glukose (Zucker) aus dem Blutkreislauf zu unterstützen, damit sie diese als Energie nutzen oder als Fett speichern können. Eine Insulinresistenz tritt auf, wenn die Zellen in Muskeln, Fett und Leber schlecht auf Insulin reagieren und die Glukose nicht mehr ohne weiteres aus dem Blut aufnehmen können. Dann produziert die Bauchspeicheldrüse mehr Insulin, damit die Glukose in die Zellen gelangen kann. Solange aber Ihre Bauchspeicheldrüse genügend Insulin produzieren kann, um die schwache Reaktion Ihrer Zellen auf Insulin zu überwinden, bleibt Ihr Blutzuckerspiegel im gesunden Bereich.

Wie misst man die Insulinresistenz?

Die Insulinresistenz wird in der Regel mit verschiedenen Methoden gemessen

  • Nüchtern-Insulin-Test: Dieser Test misst den Insulinspiegel im Blut nach nächtlichem Fasten. Höhere Werte können auf eine Insulinresistenz hinweisen.
  • Oraler Glukosetoleranztest (oGTT): Nach 8-12 Stunden Nahrungs-, Nikotin- und Alkoholkarenz wird eine zuckerhaltige Testlösung getrunken. Der Blutzucker wird sowohl vor dem Trinken als auch zwei Stunden danach gemessen.
  • HOMA-IR (Insulin-Resistenz-Test): Hierbei handelt es sich um eine Berechnung anhand des Nüchtern-Blutzuckerspiegels und des Nüchtern-Insulinspiegels. Bei einem HOMA-Index von unter 2,0 ist eine Insulinresistenz eher unwahrscheinlich. Werte zwischen 2,0 und 2,5 können ein Hinweis auf eine mögliche Insulinresistenz sein und im Bereich zwischen 2,5 und 5 ist diese wahrscheinlich vorhanden. Bei Typ-2-Diabetikern liegt der HOMA-Index im Durchschnitt bei über 5,0.

Ist eine Insulinresistenz wieder umkehrbar?

Ja, eine Insulinresistenz kann rückgängig gemacht werden, vor allem, wenn sie frühzeitig durch Änderungen der Lebensweise behandelt wird. Die Umkehrung ist nicht garantiert und hängt von mehreren Faktoren ab, darunter dem Grad der Resistenz, der Dauer der Erkrankung und dem individuellen Gesundheitszustand.

Die Etappen bei der Umkehrung der Insulinresistenz

  1. Frühzeitiges Eingreifen: Je früher die Insulinresistenz erkannt und angegangen wird, desto besser sind die Chancen, sie rückgängig zu machen. In frühen Stadien können minimale und überschaubare Anpassungen des Lebensstils tatsächlich erhebliche Auswirkungen haben.
  2. Verbesserung der Insulinempfindlichkeit: Dies kann durch Ernährung, Bewegung und in einigen Fällen durch Medikamente erreicht werden. Diese Maßnahmen können dazu beitragen, den Blutzuckerspiegel zu senken und die Reaktion des Körpers auf Insulin zu verbessern.
  3. Gesunde Gewohnheiten beibehalten: Die langfristige Beibehaltung von Änderungen des Lebensstils ist entscheidend für die Aufhebung der Insulinresistenz. Eine konsequente Überwachung und Anpassung Ihrer Ernährung und Ihres Sportprogramms sind dafür allerdings notwendig.

Behandlungsmöglichkeiten und Änderungen der Lebensweise

  • Ernährungsumstellung: Eine Ernährung, die wenig Zucker und raffinierte Kohlenhydrate enthält und reich an Ballaststoffen, gesunden Fetten und Proteinen ist, kann helfen, die Insulinresistenz in den Griff zu bekommen und möglicherweise umzukehren.
  • Regelmäßige körperliche Aktivität: Bewegung hilft den Muskeln, den Blutzucker effektiver zu nutzen, was den Blutzucker senken und die Insulinempfindlichkeit verbessern kann.
  • Gewichtskontrolle: Eine Gewichtsabnahme, insbesondere eine Reduzierung des Bauchfetts, kann die Insulinempfindlichkeit des Körpers deutlich verbessern.
  • Medikamente: In einigen Fällen werden Medikamente wie Metformin verschrieben, um die Insulinempfindlichkeit zu verbessern.
  • Schlaf und Stressbewältigung: Schlechter Schlaf und hoher Stress können die Insulinresistenz verschlimmern. Die Bewältigung dieser Probleme kann zu deren Umkehrung beitragen.

Bewährte Wege zur Umkehrung

Die Forschung hat gezeigt, dass Änderungen der Lebensweise die Insulinresistenz wirksam umkehren können. Eine Kombination aus Bewegung, gesunder Ernährung und Gewichtskontrolle kann die Insulinempfindlichkeit nachweislich verbessern. Studien deuten auch darauf hin, dass moderate Aktivität, wie z. B. 150 Minuten zügiges Gehen pro Woche, die Insulinempfindlichkeit deutlich verbessern kann.

Risikogruppen und -faktoren

Menschen, die übergewichtig sind, einen überwiegend sitzenden Lebensstil haben, sich kalorienreich ernähren oder eine Familiengeschichte bezüglich Diabeteserkrankungen haben, verfügen über ein höheres Risiko, eine Insulinresistenz zu entwickeln.

Fazit

Eine Insulinresistenz kann oft durch eine Änderung des Lebensstils rückgängig gemacht werden, insbesondere wenn sie frühzeitig erkannt wird. Regelmäßige Bewegung, eine gesunde Ernährung und die Beibehaltung eines gesunden Gewichts sind wichtige Strategien, die sich als wirksam erwiesen haben.

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