{"id":2563,"date":"2026-09-15T12:33:16","date_gmt":"2026-09-15T12:33:16","guid":{"rendered":"https:\/\/wissensbasis.vitadio.de\/?p=2563"},"modified":"2026-09-15T12:33:16","modified_gmt":"2026-09-15T12:33:16","slug":"ketose-typ-2-diabetes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wissensbasis.vitadio.de\/ketose-typ-2-diabetes\/","title":{"rendered":"Ketose bei Typ-2-Diabetes: Ketonk\u00f6rper richtig verstehen"},"content":{"rendered":"<p><em>Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine \u00e4rztliche Beratung. Sprechen Sie Ern\u00e4hrungs\u00e4nderungen und Fragen zu Ihren Medikamenten immer mit Ihrer Diabetologin oder Ihrem Diabetologen ab, besonders wenn Sie Insulin, Sulfonylharnstoffe oder SGLT-2-Hemmer einnehmen.<\/em><\/p>\n<h2>Was sind Ketonk\u00f6rper und wie entstehen sie?<\/h2>\n<p>Nach einer Nacht ohne Essen sind Ihre Ketonwerte bereits leicht erh\u00f6ht, und das ist vollkommen normal. Der K\u00f6rper produziert Ketonk\u00f6rper immer dann, wenn er statt Zucker Fett verbrennt: im Schlaf, beim Sport und gezielt bei einer Low-Carb-Ern\u00e4hrung. Erst wenn dieser Prozess au\u00dfer Kontrolle ger\u00e4t, wird er zum Problem.<\/p>\n<h3>Ketonk\u00f6rper als Energiequelle des K\u00f6rpers<\/h3>\n<p>Stehen nicht gen\u00fcgend Kohlenhydrate zur Verf\u00fcgung, greift die Leber auf gespeichertes Fett zur\u00fcck und zerlegt es durch einen Prozess namens Beta-Oxidation in sogenannte <strong>Ketonk\u00f6rper<\/strong>. Diese Stoffwechselprodukte, vor allem Acetoacetat, Beta-Hydroxybutyrat und Aceton, werden \u00fcber das Blut in Organe, Muskeln und das Gehirn transportiert, wo sie als Energielieferant dienen. Das Gehirn kann Ketonk\u00f6rper als Energiequelle nutzen, wenn die Glukosezufuhr gering ist.<\/p>\n<p>Dieser Vorgang ist ein wichtiger physiologischer Anpassungsmechanismus, der die Energieversorgung auch ohne Kohlenhydratzufuhr sichert. Er kommt beim Gesunden t\u00e4glich in abgeschw\u00e4chter Form vor und tritt st\u00e4rker in Erscheinung, wenn man l\u00e4ngere Zeit nichts isst oder konsequent kohlenhydratarm lebt.<\/p>\n<h3>Wann produziert der K\u00f6rper mehr Ketonk\u00f6rper?<\/h3>\n<p>Die Ketonproduktion steigt immer dann, wenn Insulin niedrig und Glukagon hoch ist. Typische Ausl\u00f6ser sind:<\/p>\n<ul>\n<li>mehrst\u00fcndiges Fasten oder Auslassen von Mahlzeiten<\/li>\n<li>ausdauernde <a href=\"https:\/\/vitadio.de\/ratgeber\/sport-bei-typ-2-diabetes\/\">k\u00f6rperliche Aktivit\u00e4t<\/a><\/li>\n<li>eine gezielt kohlenhydratarme oder ketogene Ern\u00e4hrung<\/li>\n<\/ul>\n<p>Im Blut liegt der Ketonwert bei einem gesunden Erwachsenen ohne besondere Ern\u00e4hrungsform unter <strong>0,6 mmol\/l<\/strong>. Das ist der Ausgangswert, von dem aus wir die weiteren Bereiche einordnen.<\/p>\n<h2>Ketose oder Ketoazidose? Der entscheidende Unterschied<\/h2>\n<p>Viele Menschen mit Typ-2-Diabetes begegnen dem Wort \u201eKetose&#8220; mit einem mulmigen Gef\u00fchl, weil es so \u00e4hnlich klingt wie \u201eKetoazidose&#8220;, eine ernsthafte Komplikation, \u00fcber die man vielleicht beim letzten Arztgespr\u00e4ch gesprochen hat. Dabei bezeichnen beide Begriffe grundlegend verschiedene Zust\u00e4nde.<\/p>\n<h3>Was ist Ketose? Die ungef\u00e4hrliche Variante<\/h3>\n<p>Eine <strong>Ern\u00e4hrungsketose<\/strong> entsteht, wenn der K\u00f6rper aufgrund einer bewusst niedrigen Kohlenhydratzufuhr auf Fettverbrennung umschaltet. Dabei steigen die Ketonwerte im Blut auf etwa 0,5 bis 3,0 mmol\/l, ein physiologisch normaler Bereich, der keine \u00dcbers\u00e4uerung des Blutes verursacht <small>(2)<\/small>. Der Blutzucker bleibt dabei im Normalbereich. Insulin ist noch vorhanden und h\u00e4lt die Ketonproduktion in Schach. F\u00fcr Menschen, die SGLT-2-Hemmer einnehmen, gibt es dabei jedoch einen wichtigen Vorbehalt. Mehr dazu weiter unten.<\/p>\n<h3>Was ist eine diabetische Ketoazidose (DKA)?<\/h3>\n<p>Eine <strong>diabetische Ketoazidose<\/strong> (kurz: DKA) ist etwas grundlegend anderes. Sie entsteht nicht durch bewusstes Einschr\u00e4nken von Kohlenhydraten, sondern durch einen schweren Insulinmangel, klassischerweise bei Typ-1-Diabetes. Ohne Insulin kann der K\u00f6rper Glukose nicht in die Zellen aufnehmen und produziert Ketonk\u00f6rper in einem Ausma\u00df, das er nicht mehr kompensieren kann. Die Ketonwerte steigen auf \u00fcber 3 mmol\/l, oft weit dar\u00fcber. Gleichzeitig sinkt der pH-Wert des Blutes unter 7,3, das Blut \u00fcbers\u00e4uert. Das ist ein medizinischer Notfall.<\/p>\n<p>Bei Typ-2-Diabetes tritt eine klassische Ketoazidose seltener auf als bei Typ-1, weil der K\u00f6rper meist noch eine gewisse Eigenproduktion von Insulin aufrechterhalten kann. Dennoch wird das Thema auch bei Typ-2-Diabetes zunehmend diskutiert, vor allem im Zusammenhang mit SGLT-2-Hemmern, die auch bei normalem Blutzucker eine Ketoazidose beg\u00fcnstigen k\u00f6nnen <small>(3, 4)<\/small>.<\/p>\n<h3>Warum ist die Verwechslung so h\u00e4ufig?<\/h3>\n<p>Die Begriffe klingen \u00e4hnlich, und in beiden Situationen sind Ketonk\u00f6rper erh\u00f6ht. Der entscheidende Unterschied liegt im Ausma\u00df, in der Ursache und vor allem im Risiko. Eine Ern\u00e4hrungsketose ist ein kontrollierter, gewollter Stoffwechselzustand. Eine Ketoazidose ist eine unkontrollierte Entgleisung mit ernsten gesundheitlichen Folgen.<\/p>\n<p><strong>Kurz zusammengefasst:<\/strong> Ketose bedeutet, der K\u00f6rper verbrennt Fett, die Ketonwerte sind leicht erh\u00f6ht, und das ist f\u00fcr die meisten Menschen ohne Risikofaktoren unbedenklich. Ketoazidose bedeutet unkontrollierten Insulinmangel mit einem pH-Abfall unter 7,3 und ist ein medizinischer Notfall.<\/p>\n<p>Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick:<\/p>\n<table>\n<thead>\n<tr>\n<th>Merkmal<\/th>\n<th>Ern\u00e4hrungsketose<\/th>\n<th>Diabetische Ketoazidose<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Ausl\u00f6ser<\/td>\n<td>Kohlenhydratarme Ern\u00e4hrung, Fasten<\/td>\n<td>Insulinmangel, Stoffwechselentgleisung<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Blutzucker<\/td>\n<td>Normal (70\u2013140 mg\/dl)<\/td>\n<td>Meist stark erh\u00f6ht (&gt; 250 mg\/dl)*<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Ketonwerte (Blut)<\/td>\n<td>0,5\u20133,0 mmol\/l<\/td>\n<td>&gt; 3,0 mmol\/l (oft &gt; 6 mmol\/l)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>pH-Wert des Blutes<\/td>\n<td>Normal (\u2265 7,35)<\/td>\n<td>Erniedrigt (&lt; 7,3), Azidose<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Insulin vorhanden?<\/td>\n<td>Ja (niedrig, aber vorhanden)<\/td>\n<td>Fehlt oder stark vermindert<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Gef\u00e4hrlichkeit<\/td>\n<td>In der Regel unbedenklich<\/td>\n<td>Lebensbedrohlich ohne Behandlung<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Betrifft vor allem<\/td>\n<td>Gesunde, Typ-2 unter \u00e4rztlicher Aufsicht<\/td>\n<td>Typ-1-Diabetiker; selten auch Typ-2, vor allem unter SGLT-2-Hemmern<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><small>* Ausnahme: euglyk\u00e4mische Ketoazidose unter SGLT-2-Hemmern, normaler Blutzucker trotz DKA (siehe Abschnitt SGLT-2).<\/small><\/p>\n<h3>Ketonwerte bei Diabetes: Tabelle zur Orientierung<\/h3>\n<p>Wann sind Ketonwerte gef\u00e4hrlich? Als Faustregel gilt: unter 0,6 mmol\/l ist normal, ab 3,0 mmol\/l ist sofortiges Handeln n\u00f6tig. Die folgende Tabelle zeigt alle Stufen mit den empfohlenen Ma\u00dfnahmen. Die Grenzwerte 0,6 und 3,0 mmol\/l stammen von diabetesDE <small>(2)<\/small>; die klinischen Handlungsstufen bei 1,0 und 1,5 mmol\/l basieren auf Sick-Day-Protokollen.<\/p>\n<table>\n<thead>\n<tr>\n<th>Ketonwert im Blut<\/th>\n<th>Bewertung<\/th>\n<th>Empfohlene Ma\u00dfnahme<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr>\n<td>&lt; 0,6 mmol\/l<\/td>\n<td>Normal<\/td>\n<td>Keine Ma\u00dfnahme erforderlich<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>0,6\u20131,0 mmol\/l<\/td>\n<td>Leicht erh\u00f6ht<\/td>\n<td>Engmaschig beobachten; Arzt oder Diabetesteam informieren<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>1,0\u20131,5 mmol\/l<\/td>\n<td>Erh\u00f6ht<\/td>\n<td>Telefonische R\u00fccksprache mit dem Arzt; nach Anweisung Gegenma\u00dfnahmen einleiten<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>1,5\u20133,0 mmol\/l<\/td>\n<td>Kritisch<\/td>\n<td>Sofort \u00e4rztliche Hilfe; nicht zwingend der Notruf, aber umgehend \u00e4rztlich abkl\u00e4ren<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>&gt; 3,0 mmol\/l<\/td>\n<td><strong>Notfall<\/strong><\/td>\n<td><strong>Notruf 112, sofort handeln<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><small>Grenzwerte 0,6 und 3,0 mmol\/l: diabetesDE. Handlungsstufen 1,0 und 1,5 mmol\/l: klinische Sick-Day-Protokolle. Alle Werte dienen der Orientierung; individuelle Grenzwerte mit dem Diabetesteam absprechen.<\/small><\/p>\n<h2>Ketogene und Low-Carb-Ern\u00e4hrung bei Typ-2-Diabetes: Was sagt die Evidenz?<\/h2>\n<p>Die Frage, ob eine kohlenhydratarme Ern\u00e4hrung bei Typ-2-Diabetes sinnvoll ist, geh\u00f6rt zu den meistdiskutierten Themen in der Diabetologie. Es gibt gute Gr\u00fcnde, warum Low-Carb f\u00fcr viele Betroffene gut funktioniert, mit klaren Vorbehalten, die man kennen sollte.<\/p>\n<h3>Was ist ketogene Ern\u00e4hrung?<\/h3>\n<p>Der Begriff \u201eketogene Ern\u00e4hrung&#8220; bezeichnet eine sehr strikte Form der kohlenhydratarmen Ern\u00e4hrung, bei der die t\u00e4gliche Kohlenhydratzufuhr unter 50 Gramm liegt. Der K\u00f6rper ger\u00e4t dadurch zuverl\u00e4ssig in die Ketose. Die h\u00e4ufiger praktizierte Variante ist die allgemeine <strong>Low-Carb-Ern\u00e4hrung<\/strong> mit 50 bis 150 Gramm Kohlenhydraten pro Tag. Beide Formen f\u00fchren dazu, dass Fett st\u00e4rker als Energiequelle genutzt wird und der Blutzucker weniger stark schwankt.<\/p>\n<h3>Studienlage: HbA1c und Gewicht<\/h3>\n<p>Klinische Studien belegen Verbesserungen bei HbA1c und Gewicht, mit dem Vorbehalt, dass Langzeitdaten \u00fcber zwei Jahre noch sp\u00e4rlich sind und eine sehr strikte ketogene Di\u00e4t im Alltag viele vor Herausforderungen stellt. In einer randomisierten Studie verzeichnete die Gruppe mit ketogener Ern\u00e4hrung (&lt; 20 g KH\/Tag) eine st\u00e4rkere Verbesserung des HbA1c (\u22121,5 % gegen\u00fcber \u22120,5 % in der Kontrollgruppe) sowie g\u00fcnstigere N\u00fcchternglukose- und Gewichtsverl\u00e4ufe <small>(7)<\/small>. In einer weiteren prospektiven Untersuchung zeigte sich in der Interventionsgruppe eine mittlere Abnahme des HbA1c um 1,3 Prozentpunkte sowie eine Reduktion des K\u00f6rpergewichts und der antidiabetischen Medikation <small>(6)<\/small>. Die Autorinnen und Autoren wiesen darauf hin, dass die Ergebnisse unter intensiver Betreuung erzielt wurden und nicht ohne weiteres auf den unbegleiteten Alltag \u00fcbertragbar sind.<\/p>\n<p>Laut den aktualisierten Praxisempfehlungen der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG, 2023) k\u00f6nnen Menschen mit Typ-2-Diabetes je nach Pr\u00e4ferenz zwischen verschiedenen Ern\u00e4hrungsmustern w\u00e4hlen, darunter Low-Carb, mediterrane Kost und Intervallfasten. Eine Ern\u00e4hrungsform wird nicht generell bevorzugt empfohlen <small>(1)<\/small>.<\/p>\n<h3>F\u00fcr wen eignet sich eine kohlenhydratarme Ern\u00e4hrung bei Typ-2-Diabetes?<\/h3>\n<p>Menschen mit Typ-2-Diabetes, die an \u00dcbergewicht und ausgepr\u00e4gter <a href=\"https:\/\/vitadio.de\/ratgeber\/insulinresistenz\/\">Insulinresistenz<\/a> leiden, k\u00f6nnen von weniger Kohlenhydraten besonders profitieren, weil ein geringerer Kohlenhydratanteil direkt weniger Insulinbedarf bedeutet. Auch f\u00fcr Menschen, die ihren <a href=\"https:\/\/vitadio.de\/ratgeber\/blutzuckerwerte\/\">Blutzucker<\/a> st\u00e4rker \u00fcber die Ern\u00e4hrung steuern m\u00f6chten, kann der Ansatz geeignet sein.<\/p>\n<h3>Wichtige Einschr\u00e4nkungen, besonders bei bestimmten Medikamenten<\/h3>\n<p>Eine ketogene oder sehr kohlenhydratarme Ern\u00e4hrung ist nicht f\u00fcr alle geeignet. Menschen mit eingeschr\u00e4nkter Nierenfunktion, bestimmten Fettstoffwechselst\u00f6rungen oder spezifischen Enzymdefekten sollten diese Form der Ern\u00e4hrung nur unter strenger \u00e4rztlicher Kontrolle in Betracht ziehen. Besonderes Augenmerk verdienen folgende Medikamentenkombinationen:<\/p>\n<table>\n<thead>\n<tr>\n<th>Medikament<\/th>\n<th>Worauf Sie achten sollten<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Sulfonylharnstoffe (z. B. Glimepirid, Glibenclamid)<\/td>\n<td>Diese Wirkstoffe regen die Bauchspeicheldr\u00fcse unabh\u00e4ngig vom Blutzucker zur Insulinaussch\u00fcttung an. Bei stark reduzierter Kohlenhydratzufuhr kann das zu ernsthaften Unterzuckerungen f\u00fchren. Eine Dosisanpassung oder ein Wechsel des Medikaments ist oft notwendig; sprechen Sie das vorher mit Ihrem Arzt ab.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Insulin<\/td>\n<td>Der Insulinbedarf sinkt h\u00e4ufig rasch, wenn deutlich weniger Kohlenhydrate gegessen werden. Ohne rechtzeitige Dosisanpassung drohen Unterzuckerungen.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>SGLT-2-Hemmer (Gliflozine)<\/td>\n<td>In Kombination mit ketogener Ern\u00e4hrung erh\u00f6ht sich das Risiko einer euglyk\u00e4mischen Ketoazidose erheblich, auch bei normalem Blutzucker. Lesen Sie dazu den n\u00e4chsten Abschnitt.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><a href=\"https:\/\/vitadio.de\/ratgeber\/metformin\/\">Metformin<\/a><\/td>\n<td>Erfordert bei Low-Carb in der Regel keine Dosisanpassung; sollte jedoch bei stark eingeschr\u00e4nkter Nahrungsaufnahme oder Erkrankungen pausiert werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><strong>Wichtig zu wissen:<\/strong> Im Gegensatz zu Typ-1-Diabetes, wo eine Ketoazidose durch kohlenhydratarme Ern\u00e4hrung leichter ausgel\u00f6st werden kann, ist das Risiko bei unkompliziertem Typ-2-Diabetes in der Regel geringer. Vorausgesetzt, die Eigenproduktion von Insulin ist noch erhalten, Sie nehmen keine SGLT-2-Hemmer ein und die Ern\u00e4hrungsumstellung erfolgt mit \u00e4rztlicher Begleitung.<\/p>\n<h2>Kann Low-Carb-Ern\u00e4hrung Typ-2-Diabetes in Remission bringen?<\/h2>\n<p>\u201eRemission&#8220; ist in den vergangenen Jahren zu einem zentralen Begriff in der Diabetologie geworden. Was steckt dahinter, und was bedeutet es realistisch f\u00fcr Sie?<\/p>\n<h3>Was bedeutet Remission bei Typ-2-Diabetes?<\/h3>\n<p>Von Remission sprechen \u00c4rzte, wenn sich der Blutzucker ohne blutzuckersenkende Medikamente dauerhaft im Normalbereich stabilisiert, gemessen am HbA1c unter 6,5 % \u00fcber mindestens drei Monate. Es ist keine Heilung im klassischen Sinne, denn die Veranlagung zu Typ-2-Diabetes bleibt bestehen. Kehren die alten Ern\u00e4hrungsgewohnheiten zur\u00fcck, kehrt in den meisten F\u00e4llen auch der erh\u00f6hte Blutzucker zur\u00fcck.<\/p>\n<h3>Welche Rolle spielt Gewichtsabnahme?<\/h3>\n<p>Gewichtsabnahme ist der wichtigste bekannte Faktor, der eine Remission beg\u00fcnstigt. Eine gro\u00dfe Studie zeigte, dass in der gesamten Interventionsgruppe nach 12 Monaten 46 % eine Remission erreichten. Bei denjenigen, die mehr als 15 kg abnahmen, lag die Remissionsrate in dieser Subgruppe bei rund 86 % <small>(5)<\/small>. Wichtig: In dieser Studie wurde eine sehr kalorienreduzierte Formula-Di\u00e4t eingesetzt, keine ketogene Di\u00e4t im klassischen Sinne. Der entscheidende Faktor war die Gewichtsabnahme selbst.<\/p>\n<p>Kohlenhydratarme Ern\u00e4hrung kann ein wirksamer Weg sein, Gewicht zu reduzieren und gleichzeitig den Blutzucker unmittelbar zu verbessern. Sie ist aber nur eine von mehreren M\u00f6glichkeiten.<\/p>\n<h3>Was l\u00e4sst sich realistisch erwarten?<\/h3>\n<p>Remission ist keine Garantie und keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit. Die Erfolgsaussichten h\u00e4ngen stark davon ab, wie lange der Diabetes besteht, wie gro\u00df die Gewichtsabnahme ist und wie konsequent die Lebensstil\u00e4nderungen beibehalten werden. Menschen, die fr\u00fch nach der Diagnose handeln und noch eine gute Insulineigenproduktion haben, profitieren tendenziell am st\u00e4rksten.<\/p>\n<p><strong>Einordnung:<\/strong> Remission ist ein erreichbares Ziel f\u00fcr einen Teil der Menschen mit Typ-2-Diabetes, kein sicheres Ergebnis und kein Ersatz f\u00fcr \u00e4rztliche Begleitung. Sie setzt eine anhaltende Lebensstil\u00e4nderung voraus, keine einmalige Di\u00e4t.<\/p>\n<p><em><a href=\"https:\/\/vitadio.de\/programm\/\"><strong>Mit Vitadio starten:<\/strong><\/a> Das Vitadio-Programm unterst\u00fctzt Sie mit Ern\u00e4hrungsberatung, Bewegungscoaching und Blutzucker-Auswertung als digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) f\u00fcr Typ-2-Diabetes.\u00a0<\/em><\/p>\n<h2>SGLT-2-Hemmer und das Risiko einer euglyk\u00e4mischen Ketoazidose<\/h2>\n<p>F\u00fcr Menschen mit Typ-2-Diabetes, die bestimmte neuere Medikamente einnehmen, gibt es eine besonders wichtige Besonderheit beim Thema Ketone: die sogenannte <strong>euglyk\u00e4mische Ketoazidose<\/strong>. Sie ist selten, aber t\u00fcckisch, weil sie sich anders \u00e4u\u00dfert als eine klassische Ketoazidose.<\/p>\n<h3>Was sind SGLT-2-Hemmer?<\/h3>\n<p>SGLT-2-Hemmer, auch <strong>Gliflozine<\/strong> genannt, sind eine Gruppe von Medikamenten, die seit einigen Jahren h\u00e4ufig bei Typ-2-Diabetes eingesetzt werden. Bekannte Wirkstoffe sind <strong>Empagliflozin<\/strong> (Jardiance), <strong>Dapagliflozin<\/strong> (Forxiga) und Canagliflozin. Sie wirken, indem sie die R\u00fcckresorption von Glukose in der Niere hemmen, der Zucker wird also verst\u00e4rkt \u00fcber den Urin ausgeschieden. Das senkt den Blutzucker und hat sich in gro\u00dfen Studien auch als herzsch\u00fctzend und nierensch\u00fctzend erwiesen.<\/p>\n<h3>Warum ist die euglyk\u00e4mische Ketoazidose besonders t\u00fcckisch?<\/h3>\n<p>SGLT-2-Hemmer k\u00f6nnen in seltenen F\u00e4llen eine Ketoazidose ausl\u00f6sen, bei der der Blutzucker <em>nicht<\/em> stark erh\u00f6ht ist. Man spricht deshalb von einer <strong>euglyk\u00e4mischen Ketoazidose<\/strong>; \u201eeuglyk\u00e4misch&#8220; bedeutet, dass der Blutzucker im Normalbereich liegt.<\/p>\n<p>Das ist gef\u00e4hrlich, weil das klassische Warnsignal einer DKA, der stark erh\u00f6hte Blutzucker, fehlt. Wer seinen Blutzucker misst und einen normalen Wert sieht, denkt in der Regel nicht an eine Ketoazidose. Dabei k\u00f6nnen die Ketonwerte im Blut bereits auf ein kritisches Niveau gestiegen sein. Sowohl die Europ\u00e4ische Arzneimittel-Agentur (EMA) als auch das Bundesinstitut f\u00fcr Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) haben Warnhinweise zu diesem Risiko ver\u00f6ffentlicht <small>(3, 4)<\/small>.<\/p>\n<h3>Risikosituationen bei SGLT-2-Hemmern<\/h3>\n<p>Das Risiko einer euglyk\u00e4mischen Ketoazidose unter SGLT-2-Hemmern ist in folgenden Situationen erh\u00f6ht:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Sehr kohlenhydratarme oder ketogene Ern\u00e4hrung:<\/strong> Die Kombination aus medikament\u00f6s beschleunigter Glukoseausscheidung und stark reduzierter Kohlenhydratzufuhr treibt die Ketonproduktion in die H\u00f6he.<\/li>\n<li><strong>L\u00e4ngeres Fasten oder stark eingeschr\u00e4nkte Nahrungsaufnahme:<\/strong> \u00c4hnlicher Effekt wie bei ketogener Di\u00e4t.<\/li>\n<li><strong>Operative Eingriffe:<\/strong> Vor Operationen wird empfohlen, Gliflozine mindestens drei Tage vorher abzusetzen <small>(9)<\/small>.<\/li>\n<li><strong>Akute schwere Erkrankungen, hohes Fieber, Erbrechen:<\/strong> Stress, Dehydrierung und verminderter Kalorienverbrauch erh\u00f6hen das Risiko.<\/li>\n<li><strong>Starker Alkoholkonsum:<\/strong> Alkohol f\u00f6rdert die Ketonproduktion zus\u00e4tzlich.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Sick-Day-Regeln: Wann soll ich mein Gliflozin pausieren?<\/h3>\n<p>F\u00fcr Menschen, die SGLT-2-Hemmer einnehmen, existieren klare Empfehlungen f\u00fcr Situationen mit erh\u00f6htem Risiko. Diese sogenannten Sick-Day-Regeln sollten Sie mit Ihrem Diabetesteam besprechen und f\u00fcr den Ernstfall kennen <small>(3)<\/small>:<\/p>\n<ol>\n<li><strong>Vor geplanten Operationen:<\/strong> Gliflozin mindestens 3 Tage vorher absetzen <small>(9)<\/small>. Immer mit dem behandelnden Arzt und dem Operationsteam absprechen.<\/li>\n<li><strong>Bei akuter Erkrankung mit Erbrechen, Fieber oder stark eingeschr\u00e4nkter Nahrungsaufnahme:<\/strong> Gliflozin vor\u00fcbergehend pausieren, ausreichend Fl\u00fcssigkeit zuf\u00fchren und \u00e4rztlichen Rat einholen.<\/li>\n<li><strong>Wenn Sie eine sehr kohlenhydratarme oder ketogene Ern\u00e4hrung beginnen m\u00f6chten:<\/strong> Vorher R\u00fccksprache mit dem Arzt halten. W\u00e4hrend der Umstellungsphase engmaschige Ketonkontrolle.<\/li>\n<li><strong>Bei Symptomen wie \u00dcbelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen oder Atemnot:<\/strong> Sofort Blutketone messen, auch wenn der Blutzucker normal ist. Arzt oder Notaufnahme kontaktieren.<\/li>\n<\/ol>\n<h3>Was tun bei Verdacht?<\/h3>\n<p>Wenn Sie SGLT-2-Hemmer einnehmen und Symptome wie \u00dcbelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen oder Atemnot versp\u00fcren, sollten Sie <strong>unabh\u00e4ngig vom aktuellen Blutzuckerwert<\/strong> die Ketonkonzentration im Blut messen. Ein normaler Blutzucker schlie\u00dft eine euglyk\u00e4mische Ketoazidose nicht aus. Ein Hinweis: Bei Gliflozinen k\u00f6nnen die Ketonwerte im Urin niedriger ausfallen als im Blut, weil die Medikamente die Ketonausscheidung \u00fcber den Urin verringern. Bevorzugen Sie daher die Blutmessung.<\/p>\n<p><strong>Wichtiger Sicherheitshinweis:<\/strong> Nehmen Sie Gliflozine ein und planen eine kohlenhydratarme oder ketogene Ern\u00e4hrung? Sprechen Sie dies unbedingt vorher mit Ihrem Arzt. Bei Symptomen wie \u00dcbelkeit oder Atemnot: Blutketone messen, auch wenn der Blutzucker normal ist.<\/p>\n<h2>Warnzeichen erkennen: Wann wird es gef\u00e4hrlich?<\/h2>\n<p>Unabh\u00e4ngig davon, ob Sie SGLT-2-Hemmer einnehmen oder nicht: Wer mit Diabetes lebt, sollte die typischen Zeichen einer drohenden Ketoazidose kennen. Die folgenden Symptome k\u00f6nnen auf eine gef\u00e4hrliche Ketonerh\u00f6hung hinweisen:<\/p>\n<ul>\n<li>Starker Durst und h\u00e4ufiges Wasserlassen<\/li>\n<li>\u00dcbelkeit, Erbrechen oder Bauchschmerzen<\/li>\n<li>Extreme M\u00fcdigkeit und Schw\u00e4che<\/li>\n<li>Verwirrtheit oder Konzentrationsschw\u00e4che<\/li>\n<li><strong>Azetongeruch<\/strong>, s\u00fc\u00dflich-fruchtig oder wie Nagellackentferner<\/li>\n<li>Schnelle, tiefe Atemz\u00fcge (Ku\u00dfmaul-Atmung)<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Wann sofort handeln?<\/h3>\n<p>Treten mehrere dieser Symptome gleichzeitig auf, handeln Sie z\u00fcgig. Orientieren Sie sich an der Ketonwert-Tabelle weiter oben: Ab <strong>1,5 mmol\/l<\/strong> im Blut ist umgehend \u00e4rztliche Abkl\u00e4rung notwendig. Blutketone \u00fcber <strong>3,0 mmol\/l<\/strong> sind ein medizinischer Notfall; rufen Sie den Notruf 112.<\/p>\n<p>Wenn Sie SGLT-2-Hemmer einnehmen, nehmen Sie Symptome wie \u00dcbelkeit oder Atemnot auch dann ernst, wenn Ihr Blutzucker v\u00f6llig normal ist. Messen Sie in diesem Fall Blutketone, nicht nur Urinketone, da Gliflozine die renale Ausscheidung von Ketonen verringern k\u00f6nnen.<\/p>\n<h2>Wie messe ich Ketone richtig?<\/h2>\n<p>Wenn Sie Low-Carb essen, SGLT-2-Hemmer nehmen oder bei sich Symptome bemerken, stellt sich die praktische Frage: Wie kontrolliere ich meine Ketonwerte? Es gibt drei Methoden mit sehr unterschiedlicher Eignung f\u00fcr Menschen mit Diabetes.<\/p>\n<table>\n<thead>\n<tr>\n<th>Methode<\/th>\n<th>Eignung<\/th>\n<th>Erl\u00e4uterung<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Blutmessung<\/td>\n<td>Empfohlen<\/td>\n<td>Misst Beta-Hydroxybutyrat direkt, den klinisch relevanten Ketonk\u00f6rper. Ger\u00e4te wie FreeStyle Precision Neo oder GlucoMen areo GK erm\u00f6glichen Blutzucker- und Ketonmessung in einem. Genauester Wert, auch bei SGLT-2-Hemmern zuverl\u00e4ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Urintest<\/td>\n<td>Eingeschr\u00e4nkt<\/td>\n<td>Teststreifen f\u00fcr den Urin zeigen Acetoacetat, einen anderen Ketonk\u00f6rper. G\u00fcnstiger und einfacher, aber weniger pr\u00e4zise. Bei SGLT-2-Hemmern unzuverl\u00e4ssig, da diese die renale Ketonausscheidung verringern. F\u00fcr gelegentliche Orientierung geeignet.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Atemluft<\/td>\n<td>Nicht geeignet<\/td>\n<td>Atemluft-Messger\u00e4te aus dem Keto-Bereich messen Aceton in der Ausatemluft. Laut diabetesDE sind sie f\u00fcr Menschen mit Diabetes nicht geeignet, da sie das klinisch relevante Beta-Hydroxybutyrat nicht erfassen <small>(2)<\/small>.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h3>Wann sollten Sie als Typ-2-Diabetiker Ketone messen?<\/h3>\n<ol>\n<li>Blutzucker \u00fcber 250 mg\/dl und gleichzeitig Unwohlsein oder Krankheitsgef\u00fchl<\/li>\n<li>Einnahme von SGLT-2-Hemmern und Auftreten jeglicher Symptome wie \u00dcbelkeit oder Atemnot, auch bei normalem Blutzucker<\/li>\n<li>Beginn einer ketogenen oder sehr kohlenhydratarmen Di\u00e4t: engmaschige Kontrolle in den ersten zwei bis vier Wochen empfehlenswert<\/li>\n<li>Akute schwere Erkrankung mit Fieber, Erbrechen oder stark eingeschr\u00e4nkter Nahrungsaufnahme<\/li>\n<\/ol>\n<p>Ihr Diabetesteam kann Ihnen Keton-Teststreifen f\u00fcr Blut oder Urin verordnen und erkl\u00e4ren, wie Sie die Werte einordnen sollen. K\u00fcnftig k\u00f6nnte die Ketonmessung zudem in Echtzeit und kontinuierlich m\u00f6glich sein; entsprechende Systeme (Continuous Ketone Monitoring, CKM) befinden sich derzeit in der Entwicklung.<\/p>\n<h2>H\u00e4ufige Fragen zu Ketonen und Typ-2-Diabetes<\/h2>\n<h3>Ist Ketose f\u00fcr Menschen mit Typ-2-Diabetes geeignet?<\/h3>\n<p>Eine Ern\u00e4hrungsketose durch Low-Carb- oder ketogene Ern\u00e4hrung kann f\u00fcr viele Menschen mit Typ-2-Diabetes sinnvoll sein und HbA1c, K\u00f6rpergewicht und Insulinbedarf verbessern. Wichtig ist, die Umstellung vorher mit dem behandelnden Arzt abzustimmen, besonders wenn Sie Insulin, Sulfonylharnstoffe oder SGLT-2-Hemmer einnehmen, da die Medikamentendosierung angepasst werden muss.<\/p>\n<h3>Sind Ketone gut oder schlecht f\u00fcr Diabetiker?<\/h3>\n<p>Das h\u00e4ngt von der Menge ab. Moderat erh\u00f6hte Ketonwerte im Rahmen einer Low-Carb-Ern\u00e4hrung (0,5\u20133,0 mmol\/l) sind bei Typ-2-Diabetes in der Regel unbedenklich. Gef\u00e4hrlich werden Ketone, wenn sie durch Insulinmangel unkontrolliert stark ansteigen und das Blut \u00fcbers\u00e4uern. Das ist vor allem bei Typ-1-Diabetes ein Risiko, kann aber auch bei Menschen mit Typ-2-Diabetes auftreten, vor allem unter SGLT-2-Hemmern.<\/p>\n<h3>Wie hoch ist der Blutzucker bei Ketose?<\/h3>\n<p>Bei Ketose bleibt der Blutzucker im normalen Bereich, typischerweise 70 bis 120 mg\/dl. Genau das unterscheidet die harmlose Ern\u00e4hrungsketose von der diabetischen Ketoazidose, bei der der Blutzucker meist \u00fcber 250 mg\/dl liegt. Ausnahme ist die euglyk\u00e4mische Ketoazidose unter SGLT-2-Hemmern, bei der der Blutzucker trotz gef\u00e4hrlicher Ketonerh\u00f6hung normal sein kann.<\/p>\n<h3>Darf ich mit Typ-2-Diabetes eine ketogene Di\u00e4t machen?<\/h3>\n<p>Eine kohlenhydratarme oder ketogene Ern\u00e4hrung ist bei Typ-2-Diabetes grunds\u00e4tzlich m\u00f6glich, aber nur unter \u00e4rztlicher Begleitung. Besondere Vorsicht gilt f\u00fcr Menschen, die Insulin, Sulfonylharnstoffe (z. B. Glimepirid) oder SGLT-2-Hemmer (z. B. Jardiance oder Forxiga) einnehmen, da Unterzuckerungen oder eine euglyk\u00e4mische Ketoazidose auftreten k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3>Kann man Typ-2-Diabetes durch ketogene Ern\u00e4hrung in Remission bringen?<\/h3>\n<p>Bei einem Teil der Betroffenen k\u00f6nnen konsequente Gewichtsabnahme und Lebensstil\u00e4nderungen, einschlie\u00dflich kohlenhydratarmer Ern\u00e4hrung, dazu f\u00fchren, dass sich der Blutzucker ohne Medikamente normalisiert. Medizinisch spricht man von Remission. Das gelingt nicht bei allen und ist kein dauerhafter Effekt ohne anhaltende Lebensstil\u00e4nderung. Eine \u00e4rztliche Begleitung ist unerl\u00e4sslich.<\/p>\n<h3>Warum k\u00f6nnen Ketone bei Diabetes gef\u00e4hrlich sein?<\/h3>\n<p>Bei absolutem oder relativem Insulinmangel produziert der K\u00f6rper unkontrolliert gro\u00dfe Mengen an Ketonk\u00f6rpern. Das \u00fcbers\u00e4uert das Blut, der pH-Wert sinkt unter 7,3, was ohne rasche Behandlung lebensbedrohlich werden kann. Ketone in normalen Mengen, wie bei einer Low-Carb-Ern\u00e4hrung, sind f\u00fcr die meisten Menschen ohne Risikofaktoren hingegen unbedenklich.<\/p>\n<h3>Was bedeutet Azetongeruch bei Diabetes?<\/h3>\n<p>Ein s\u00fc\u00dflich-fruchtiger oder an Nagellackentferner erinnernder Atemgeruch entsteht, wenn Aceton, ein Ketonk\u00f6rper, \u00fcber die Lunge ausgeatmet wird. Tritt dieser Geruch zusammen mit \u00dcbelkeit, Erbrechen oder Unwohlsein auf, kann das auf eine Ketoazidose hinweisen. Sofort Blutketone messen und \u00e4rztliche Hilfe suchen. Wichtig: Atemluft-Messger\u00e4te aus dem Keto-Bereich sind f\u00fcr Menschen mit Diabetes nicht geeignet, da sie Aceton statt des klinisch relevanten Beta-Hydroxybutyrats messen.<\/p>\n<h2>Weiterf\u00fchrende Artikel<\/h2>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine \u00e4rztliche Beratung. Sprechen Sie Ern\u00e4hrungs\u00e4nderungen und Fragen zu Ihren Medikamenten immer mit Ihrer Diabetologin oder Ihrem Diabetologen ab, besonders wenn Sie Insulin, Sulfonylharnstoffe oder SGLT-2-Hemmer einnehmen. 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